Software Architecture Reviews sind strukturierte Prüfungen einer bestehenden oder geplanten Lösungsarchitektur (z.b. einer Anwendung, Plattform oder eines Integrationsvorhabens). Ziel ist es, Architekturentscheidungen transparent zu machen, Risiken früh zu erkennen und sicherzustellen, dass die Lösung die relevanten Qualitätsanforderungen (z.b. Security, Performance, Wartbarkeit) erfüllt.
Im Enterprise-Architecture-Kontext (EA Architecture Reviews) geht es zusätzlich darum, die Lösungsarchitektur konsequent mit Leitplanken der Unternehmensarchitektur abzugleichen: Zielbilder, Standards, Referenzarchitekturen, Technologie-Strategien, Domänenzuschnitte und Bebauungsplanung. So wird aus einem „guten“ Software-Design eine Lösung, die auch langfristig in die Gesamtarchitektur passt und die Unternehmensentwicklung unterstützt.
EA-orientierte Software Architecture Reviews sind ein zentrales Instrument, um Modernisierung steuerbar zu machen — nicht als „Einzelprojekt-Optimierung“, sondern als konsequente Entwicklung des gesamten Unternehmens-IT-Systems. Durch den strukturierten Abgleich werden Technologie- und Architekturwildwuchs reduziert, Risiken (z.b. Sicherheitslücken, Vendor Lock-in, Betriebsprobleme) früher sichtbar und teure Korrekturen später im Lebenszyklus vermieden.
Gleichzeitig helfen Reviews dabei, Modernisierungsziele messbar in Lösungen zu verankern: Cloud-Readiness, Entkopplung von Legacy, Standardisierung, verbesserte Integrationsfähigkeit, Plattform-Nutzung und Wiederverwendung. Das Ergebnis ist eine konsistentere Anwendungslandschaft, weniger Redundanz, höhere Veränderungsgeschwindigkeit und bessere Entscheidungsfähigkeit auf Portfolio-Ebene.
Ein Unternehmen modernisiert eine zentrale Bestandsanwendung und plant, Teile in die Cloud zu verlagern. Das Projektteam hat bereits eine Zielarchitektur entworfen (neue Services, API-Gateway, Eventing, neues IAM-Konzept). Im Architecture Review stellt sich heraus, dass die geplante Identitäts- und Rechteverwaltung nicht zu den zentralen EA-Sicherheitsstandards passt, das Eventing die Integrationsprinzipien verletzt und ein proprietärer Managed Service einen unerwünschten Lock-in erzeugt.
Das Review liefert konkrete Maßnahmen: Anpassung an das EA-IAM-Pattern, Nutzung des etablierten Integrationsstandards, klare ADRs für bewusste Abweichungen sowie ein Migrationspfad, der zur Bebauungsplanung passt. So wird die Modernisierung nicht nur „technisch möglich“, sondern architektonisch konsistent, risikoärmer und langfristig betreibbar.
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